Dies fing mit einer Inspiration und eigentlich nur als Notizblock in meinem Blog an.

Da sich aber in meinem privaten Umfeld soviel Interesse an der Aktion zeigte, dachte ich mir, dass diese Aktion einen eigenen Blog verdient hat.

Und vielleicht sogar noch ein paar begleitende Worte.

Vor einigen Jahren erbte ich ein Haus. Mein Elternhaus, um genau zu sein. Dieses Erbe war vom letzten Bewohner in einen Zustand versetzt worden, der sich weder mit Worten noch mit Bildern wirklich beschreiben lässt. Die ganze Sache brachte eine Menge Ärger mit sich und begleitet mich nebenbei auch heute noch.

Das Haus musste entmüllt werden und obwohl vermutlich so einige antike Schätze und Schmuckstücke, die in meinem seltsamen Erbe vergraben waren, auf der Deponie landeten, war ich unendlich erleichtert darüber, dass es mir erspart blieb, die vielen Schätze, die meine Eltern zu Lebzeiten angehäuft hatten, verwalten zu müssen.

Der hortende Apfel fällt nicht weit vom Stamme derer, die alles aufgehoben haben. Seit diesem packenden Erlebnis habe ich mich von unglaublich vielen Dingen getrennt.
Und ich bin noch lange nicht fertig.

Wenn meine Tochter die Schule beendet hat, möchte ich für ein paar Monate in Japan leben. Mein langfristiger Plan ist, bis dahin all meinen Besitz in maximal vier Umzugskartons packen zu können, um leicht und unbeschwert durch mein Leben reisen zu können.

Wenn man, so wie ich, in der Kindheit gesehen hat, dass viele Dinge Sicherheit bedeuten, dann geht so etwas nicht von heute auf morgen.

Ich erlebe Phasen, in denen ich mich leicht und schnell von allen möglichen Dingen trennen kann. Darauf folgen wieder Tage und Wochen, in denen mir sogar eine zerrissene Strumpfhose als zu schade zum Wegwerfen erscheint.
Diese Gefühl respektiere ich und glücklicherweise habe ich bis heute nur ein Ding, das ich entsorgt habe, vermisst – einen in vielen verschiedenen Grüntönen angemalten Tisch. Und da tröste ich mich damit, dass dieser Tisch heute wegen Altersschwäche ohnehin nicht mehr bei mir wäre.

Angeregt von Meike Winnemuths Projekt „und tschüß“, das ich natürlich erst wenige Tage nach Ende des Jahres entdeckte, habe ich beschlossen, ein Jahr lang  selbst jeden Tag ein Ding wegzugeben.

Spaß macht es und manchmal ist es anstrengend.
Und es ist geradezu beschämend, wieviel Zeug man wirklich nur „hat“, ohne es zu brauchen.

Also … 365x weg damit!